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Fritz Wilhelm Scharpf

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Fritz W. Scharpf ist Politik- und Rechtswissenschaftler. Er hat von 1954 bis 1959 Rechtswissenschaft und Politische Wissenschaft in Tübingen, Yale und Freiburg studiert. Bis 2003 war er Direktor des Kölner Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung. Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten ihn in die ganze Welt, unter anderem an die Stanford University, an das Europäische Hochschulinstitut Florenz und an das Institut d'Études Politiques in Paris.

Scharpf ist Ehrenmitglied der British Academy und der American Academy of Arts and Sciences. Er wurde mit dem Johan-Skytte-Preis für Politikwissenschaft (2000), dem Schader-Preis (2002) und dem Großen Bundesverdienstkreuz (2004) ausgezeichnet.

Scharpfs Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Föderalismus und der europäischen Integration sowie der politischen Ökonomie. Eine große Rolle spielen immer wieder Fragen der Legitimität. Mangelnde Legitimität hält er neben fehlender Problemlösungsfähigkeit für das größte Defizit der EU. Er entwirft deshalb Lösungsansätze für eine effektivere und demokratischere Politik innerhalb der Europäischen Union. Eine große Herausforderung liegt Scharpf zufolge darin, dass Europa bislang nicht über eine politisch belastbare, kollektive Identität verfügt. In einer solchen erkennt er jedoch eine grundlegende Voraussetzung für eine gefestigte, nachhaltige Legitimität der EU.

Wichtige Publikationen:
Demokratietheorie zwischen Utopie und Anpassung, (1970); Politikverflechtung: Theorie und Empirie des kooperativen Föderalismus der Bundesrepublik (1976); Governing in Europe: effective or democratic? (1999); Welfare and Work in the Open Economy (2000); Community and Autonomy: Institutions, Policies and Legitimacy in Multilevel Europe (2010).