Professor Dr. Ryōsuke Ōhashi

Im Sommersemester 2015 ist Professor Dr. Ryōsuke Ōhashi Fellow am Forum Scientiarum.

Zur Person

Ōhashi (Jg. 1944) studierte Philosophie an der staatlichen Universität Kyōto und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Dort wurde er mit einer Arbeit über "Ekstase und Gelassenheit - Zu Schelling und Heidegger" promoviert. 1983 habilitierte sich Ōhashi als erster Japaner an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo ihn viele philosophische Gespräche mit Heinrich Rombach verbanden. Als Professor für Philosophie lehrte Ōhashi seit 1975 zunächst an der Medizinischen Universität Shiga in Ōtsu und ab 1985 an der Technischen Universität Kyōto und der Universität Osaka. Zuletzt war er Professor für Philosophie an der buddhistischen Ryūkoku-Universität in Kyōto. Er ist Direktor des Deutsch-Japanischen Kulturinstituts in Kyoto und Ehrendirektor des "Nishida Kitarô Museum of Philosophy" in Kahoku-shi.

Ohashi war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, am Kolleg Friedrich Nietzsche, am Kolleg Morphomata der Universität zu Köln, am Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover und am Institut für Philosophie an der Universität Hildesheim. Darüber hinaus war er Gastlektor an Universitäten in Frankreich, den USA, Taiwan und Hong Kong. Im Juli 1990 wurde er mit dem Philipp Franz von Siebold-Preis ausgezeichnet und im März 1996 erhielt Ōhashi die Humboldt-Medaille. Er ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie.

Deutschsprachige Bücher:


Lehrangebot:


Hauptseminar: Religion und Philosophie. Hegels "Phänomenologie des Geistes" (Der Abschnitt "Religion") und K. Nishitanis "Was ist Religion?"


Forschungsprojekt:


Der christliche Begriff "Compassion" gilt als ein Schlüsselwort für den euro-amerikanischen Humanismus, und hat als die leitende Idee dieser Bewegung eine lebendige Aktualität. In der Buddhismus-Forschung wird er dagegen als englische Übersetzung des fundamental buddhistischen Begriffs der "Mitleidenschaft" (sanskr: karuṇā) verwendet. Die beiden Begriffe haben auf der einen Seite eine tiefe Gemeinsamkeit, aber sie drücken andererseits auch den Charakterunterschied der beiden Religionen aus. Im vorliegenden Forschungsprojekt soll der Begriff "Compassion" von beiden Traditionen her verstanden werden. Noch darüber hinausgehend soll gezeigt werden, dass "Compassion" eine Bezeichnung für das "Geistgeschehen" im Ganzen ist, in dem die sonst oft als gegensätzlich aufgefassten zwei Gebiete, die Sinnlichkeit und die Vernunft, enthalten sind. "Compassion" in diesem Sinne meint den "Bezugsort" zwischen Mensch und Mensch, Mensch und Ding, Mensch und Natur, Mensch und Staat, und weiterhin, zwischen Kultur und Kultur, Volk und Volk, Staat und Staat usw.


Im Sommersemester 2014 hielt Prof. Ōhashi folgende Lehrveranstaltungen:

Vorlesung: Der Deutsche Idealismus und die Philosophie der Kyoto-Schule im Gespräch

Hauptseminar: Phänomenologische Grundlegung der „Compassion“ in christlich-europäischer und buddhistisch-asiatischer Sicht