Patricia Churchland

Patricia Churchland, geboren 1943, ist eine kanadische Philosophin, die an der Schnittstelle zu Neurowissenschaft und Psychologie arbeitet. Churchland war bis 2013 Professorin für Philosophie an der Universität von Kalifornien in San Diego und zudem außerordentliche Professorin am Salk Institut for Biological Studies in La Jolla. Seit 2015 ist sie Fellow der American Academy of Arts and Sciences. Churchland wurde für ihre Arbeiten vielfach geehrt, u.a. erhielt sie den renommierten MacArthur Preis und den Rossi Preis für Neurowissenschaften.

Churchland untersucht in ihrer Forschung, wie Erkenntnisse aus den Neuro- und Kognitionswissenschaften helfen, philosophische Fragen über das Verhältnis von Geist und Gehirn zu beantworten. Bekannt geworden ist sie für ihre Kritik an der Verwendung alltagssprachlicher Begriffe wie „Glauben“ und „Empfindungen“, die einen über ihre materiellen Grundlagen hinausgehenden Bedeutungsgehalt suggerieren. Zu ihren aktuellen Forschungsthemen gehört die Frage, welchen Beitrag die Neurowissenschaften zur Erklärung des menschlichen Sozialverhaltens und insbesondere zur Evolution von Moral leisten können. Sie vertritt die These, dass moralische Fragen sogenannte “constraint satisfaction problems“ sind, also Fragen, die sich aus den Konflikten im menschlichen Zusammenleben ergeben, und dass sich die Entstehung von Moral als eine adaptive evolutionäre Antwort auf diese Fragen verstehen lässt. Churchland richtet ihr Augenmerk dabei vornehmlich auf die neuronalen Prozesse, die mit moralischen Entscheidungen korrelieren.

Publikationen

Aktuelle Bücher: Touching a nerve. The self as brain (2013); Braintrust. What Neuroscience Tells Us About Morality (2011); Brain-Wise: studies in neurophilosophy (2002).

Besonders wichtige Aufsätze: „Neurophilosopy“ (2017); „Blending Computational and Experimental Neuroscience“ (2016); “The Neurobiological Platform for Moral Values” (2014); Modulating Social Behavior with Oxytocin: How does it work? What does it mean?” (2013).