Einzelvorträge

Die Vorträge sind öffentlich!

 

Mittwoch, 21. Juni 2017, 18 Uhr, Hörsaal

 

Dr. Ulrich Seeberg, Halle

 

Walter Benjamin und die Ästhetisierung des Politischen

 

Walter Benjamin stellte in den dreißiger Jahren des 20. Jh. die These auf, daß die technische Reproduktion traditioneller Kunstwerke deren Einmaligkeit oder Aura irreversibel zerstört habe. Aus diesem Grunde könne der Kunst aber auch keine kultische Funktion mehr in der politischen Sphäre zukommen. Benjamin suchte mit dieser Analyse zu seiner Zeit Tendenzen einer Ästhetisierung des Politischen zu kritisieren, nämlich insbesondere den faschistischen Führerkult und dessen massenmediale Inszenierung. Der Vortrag sucht zu zeigen, warum Benjamins Analyse unzureichend ist. Eine überzeugende Kritik dessen, was mit der Ästhetisierung des Politischen gemeint ist, bleibt auf die Kategorie der Einmaligkeit ästhetischer Erfahrung angewiesen. Diese Gegenthese wird auch im Blick auf aktuelle Tendenzen ästhetizistischer Inszenierungen des Politischen diskutiert.

 


 

Dienstag, 18. Juli 2017, 18 Uhr c.t., Hörsaal

 

Vortragsreihe des Wissenschaftlichen Beirats des Forum Scientiarum

 

Prof. Dr. Martin Bartelheim, Tübingen:

 

Ressourcennutzung und sozio-kulturelle Dynamiken. Gestaltung und Organisation von Landschaften in der frühen Geschichte der Iberischen Halbinsel

 


 

Mittwoch, 19. Juli 2017, 18 Uhr c.t.

 

Prof. Dr. Heinrich Päs (TU Dortmund)

 

Die 3 großen Fragen: Wie entstehen Zeit, Bewusstsein und klassische Welt im Quantenuniversum?

 

Als "Hard Problem" hat der australische Philosoph David Chalmers die Frage nach dem Bewusstsein bezeichnet. Aus Sicht der Physik erscheint dieses "Hard Problem" allerdings nur als eine von drei großen Fragen:

 

Was ist das Selbst?,

Was ist die Zeit? und

"Wie entsteht unsere klassische Alltagswelt aus einer fundamentalen Quantenrealität?.

 

Allen Fragen gemein ist, dass sich ihre Gegenstände während der Beobachtung kaum abschalten lassen, und dass sie zumindest teilweise durch Information und Perspektive begründet werden.

Der Vortrag diskutiert diese Parallelen ausgehend von der Physik des Quanten-zu-Klassik-Übergangs in der Quantenmechanik und spekuliert über Zusammenhänge. Schließlich werden die Konzepte einer "Heraklitschen" zeitlichen Perspektive des Werdens, in der auch bewusstes Denken verortet wird, und einer "Parmenideschen" zeitlosen Alleinheits-Perspektive eingeführt und mögliche Bezüge zur philosophischen Metaphysik und Theologie angesprochen.