Kreativität

Mara Seyferth, Joana Luisa Günther, Christina Langenberger und Luiselotte Rausch
 

Die Kreativität ist in aller Munde: von kreativen Lösungsstrategien in Unternehmen über die Förderung von kreativem Denken an Schulen bis hin zu Internetblogs mit besonders kreativen Kochrezepten. Doch was meinen wir, wenn wir von Kreativität sprechen?
 

Am Anfang eines kreativen Prozesses steht die Idee. Die Momente, in denen wir Ideen haben, kommen unverhofft. Man kann sie nicht erzwingen, viel mehr ist ein Moment des Innehaltens nötig, in dem wir bei uns sind und unsere Aufmerksamkeit abschweifen kann von den Geschehnissen um uns herum.
 

"Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können", schreibt Friedrich Nietzsche in Also sprach Zarathustra. Das Chaos, das sind unsere ungeordneten Eindrücke von der Welt. Diese Eindrücke sind nicht nur geistiger Natur: wir erfahren uns selbst durch unseren Körper; die Fähigkeiten unseres Körpers sind es, die über Form und Umsetzung unserer Ideen bestimmen. Denn nur wer tanzt, hat eine Idee für einen neuen tänzerischen Ausdruck.
 

Wir möchten uns dem Phänomen der Kreativität aus verschiedenen Blickwinkeln heraus annähern: inwiefern unterscheidet sich das psychologische Verständnis von Kreativität von den Auffassungen innerhalb der Neurobiologie oder der Philosophie? Was sind die Gemeinsamkeiten? Durch Interviews mit einzelnen Personen möchten wir herausfinden, inwiefern Theorie und konkrete kreative Erfahrungen im Einklang stehen.

Mithilfe der Erkenntnisse, die wir aus dieser Auseinandersetzung gewinnen werden, möchten wir außerdem auf die Frage eingehen, ob Kreativität rein menschlich ist. Oder ob künstliche Intelligenzen nicht auch einige der Vorraussetzungen für kreatives Schaffen erfüllen können - womöglich schon heute.